Für viele Schüler/innen war und ist Schule kein einfacher Ort der Begegnung. Persönliche Probleme, Spannungen im Elternhaus, in der Klasse, mit den Lehrern/Lehrerinnen, Schwierigkeiten beim Lernen und mit dem Lernen machen ihnen schon einmal das Leben in der Schule schwer. Sie suchten und brauchten Hilfe und Begleitung im schulischen Alltag. Werner war für sie der Ansprechpartner an der Gesamtschule Kierspe.

Aber auch Kollegen/Kolleginnen suchten Hilfe und Rat bei ihm. Er war für alle ein Gesprächspartner und er begleitete viele von uns.

Er hat sich niemanden aufgedrängt, er ließ sich auch nicht „hinschicken“; die, die Hilfe, Rat brauchten, kamen aus freien Stücken zu ihm. Aber dann war er für sie da und arbeitete mit Ruhe mit jedem einzelnen. Gemeinsam erarbeitete er Lösungen und erarbeitete Wege. Er hörte sehr genau zu, suchte zu verstehen und war ein ehrlicher, kritischer Begleiter. Humor, Geduld und liebevolle, verstehende Zuwendung kennzeichneten seine Arbeit.

Das war der eine Bereich seiner Arbeit. Zusammen mit den Sozialpädagogen hat er den Freizeit- und Ganztagsbereich an der Gesamtschule aufgebaut. Ein vielfältiges Angebot hat dieses Team geschaffen und Werner hat immer wieder neue Impulse gegeben.

So ruhig und besonnen er als Psychologe war, so kritisch und deutlich war er in seinem politischen Handeln und Denken. Er beobachtete, analysierte und, wenn es ihm wichtig war, mischte er sich auch ein.

Das war sicherlich eher leise an der Schule, aber umso deutlicher in seinem “Privaten Bereich“, wo er engagiert Impulse setzte, sei es als Mitbegründer des Tauschringes in Meinerzhagen, des Repair-Cafés, der Mitarbeit im“ Mittendrin“, die z.B. aus Kochen für die Gäste bestand. Wie gut das ankam, kannte er schon aus der Gesamtschule, es gab z.B. eine Koch-AG, an der vor allem die eher gesellschaftlich benachteiligten Kinder teilnahmen. Essen geht bekanntlich durch den Magen, eine Art unkonventioneller Berufsausübung als Schulpsychologe. Diese AG war heiß begehrt. Schule im weitesten Sinn hat ihn nie losgelassen und so war es klar, dass er, als 2015 die Flüchtlinge kamen, Deutschunterricht gab und auch privat seine Schützlinge betreute. Das war u.a. sein Beitrag zur Gestaltung einer besseren Welt. Ein kritischer Geist, der sich aber auch politisch aktiv einmischte.

Als Werner am 31.12. 2007 in den Ruhestand ging, war das für die Schule ein Verlust. Werner hat Spuren hinterlassen, er hat uns beeindruckt. Er wusste um seine schwere Krankheit, er hat sie angenommen und hat weiter gelebt. Noch im letzten Jahr zeigte er Heiterkeit und Humor, obwohl er wusste, dass ihm nicht mehr viel Zeit blieb.

Jetzt ist er nicht mehr unter uns. So wie ich Werner kennen gelernt habe, würde er sagen, trauert nicht, sondern genießt das Leben. In diesem Sinne. Mach es gut Werner. Danke!

(Rolf Muck)

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