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Nach der Zeugnisausgabe traf sich das Kollegium zur Ehrung und Verabschiedung verdienter Pädagoginnen und Pädagogen. Schulleiter Johannes Heintges begrüßte die in der Mensa versammelte Lehrerschaft „zu der offiziellen Veranstaltung der pädagogischen Vereinigung, die sich selbst GSKi nennt.“ Weiter führte er aus: „ Wir sind etwas ganz Besonderes, in unserer Vereinigung feiert man sogar Haftstrafen, umso höher die Haft, umso kräftiger wird gefeiert! Und heute feiern wir ganz besondere Haftstrafen und die Aussicht auf einen Müßiggang in Freiheit, ohne Pläne und ohne Korrekturen.“ Doch da auch viele Ehemalige am Freitag den Weg in die Mensa zur Feierstunde einschlugen, scheint das „Leben in Freiheit“, außerhalb der „Vereinigung“ gar nicht so schön zu sein...

Nach der Zeugnisausgabe traf sich das Kollegium zur Ehrung und Verabschiedung verdienter Pädagoginnen und Pädagogen. Schulleiter Johannes Heintges begrüßte die in der Mensa versammelte Lehrerschaft „zu der offiziellen Veranstaltung der pädagogischen Vereinigung, die sich selbst GSKi nennt.“ Weiter führte er aus: „ Wir sind etwas ganz Besonderes, in unserer Vereinigung feiert man sogar Haftstrafen, umso höher die Haft, umso kräftiger wird gefeiert! Und heute feiern wir ganz besondere Haftstrafen und die Aussicht auf einen Müßiggang in Freiheit, ohne Pläne und ohne Korrekturen.“ Doch da auch viele Ehemalige am Freitag den Weg in die Mensa zur Feierstunde einschlugen, scheint das „Leben in Freiheit“, außerhalb der „Vereinigung“ gar nicht so schön zu sein...

Doch zunächst wurde eine Kollegin geehrt, welche nun seit 40 Jahren an der GSKi unterrichtet: Sigrun Wolf, Abteilungsleiterin der Stufen 5 und 6. Und weil auch an der GSKi Wichtiges aufbewahrt wird, fand sich in den Unterlagen ein Schreiben mit dem folgenden Wortlaut: “... durch Urkunde vom heutigen Tage werden Sie mit Wirkung vom 1.Februar 1974 unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Probe zur Lehrerin zur Anstellung ernannt […] Für den aus Anlass Ihrer Einberufung (!) notwendig werdenden Umzug wird Ihnen Umzugskostenvergütung zugesagt.“ Das waren noch Zeiten. Geld für einen dienstlih motivierten Umzug gibt es für Lehrerinnen und Leher nicht mehr. Auch keine vergünstigten Baugrundstücke. Heute gibt es für 40 Jahre Dienst einen freien Tag.

35 Jahre unterrichtete Hans Malycha an der pädagogischen Vereinigung GSKi. Seinen Dienst trat er am 01.08.1975 an. Im Kollegiumskreis wurde er bereits vor 2,5 Jahren verabschiedet, auf Grund der Altersteilzeit erfolgte am Freitag die offfizielle Pensionierung. „Ich finde es schön, dass du heute mit uns feierst und ich dir die offizielle Urkunde zum Eintritt in deinen Ruhestand überreichen kann“, sagte Heintges.

Interessant ist, warum jemand Lehrerin oder Lehrer werden will. Für eine Kollegin, welche 31 Jahre an der GSKi Englisch und Pädagogik unterrichtete, waren es die Songs von Bob Dylan, die die Kollegin auch heute wohl noch auswendig kann. „Auf jeden Fall war es dir ein besonderes Anliegen, Songs vom Boss (Bruce Springsteen), von Tracy Chapman und Bob Dylan im Unterricht zu behandeln, noch bevor solches politisch-musikalisches „Zeug“ Eingang in die Lehrbücher gefunden hat.“ Die Rede ist von Annelie Beul. Von ihr erzählt die Fachgruppe Englisch, dass sie hätte Fachleiterin für Englisch werden sollen, denn sie habe „nur so vor didaktischen und methodischen Ideen gesprüht. Vor allem deine Leidenschaft für die Interpretation von Literatur wird immer wieder hervorgehoben. Bei dir haben die SchülerInnen Angela’s Ashes schon gelesen, als das Buch noch nicht übersetzt war. Die Umstellung der Lehrpläne, weg von literarischen, anspruchsvollen längeren Texten hin zu „bits and pieces“ hast du denn auch sehr bedauert.“ Doch nicht nur die Fachkompetenz zeichnet Annelie Beul aus, sondern auch ihre Qualitäten als Pädagogin: Der einzelne Schüler, die einzelne Schülerin stand immer im Zentrum ihrer Arbeit. Besonders für benachteiligte Schülerinnen und Schüler setzte sie sich stark ein. Schulleiter Heintges: „Das konnte sogar so weit gehen, dass du, wenn es dir nötig schien, die Hundesteuer für eine Schülerin bestritten hast oder einen Schüler zur Abschlussfeier kurzerhand neu eingekleidet hast.“ Ihr Name ist auch mit dem Schüleraustausch mit Harrogate verbunden. Besonders würdigte der Laudator ihre gelebte Diskussionskultur, verbunden mit einer starken Identifizierung mit ihrer Schule: „Zu dieser Identifikation gehörte über Jahre dein Engagement im Lehrerrat. Statt Differenzen zu überdecken, bist du immer deutlich und unerschrocken für deine Überzeugungen eingetreten und hast sie klar und mit Verve formuliert. Zur Schule gehörte für dich wie selbstverständlich die kontroverse Diskussion und eine gepflegte Streitkultur. Mit deiner Lust zur pointierten, bisweilen auch polemischen Zuspitzung bist für die jeweilige Schulleitung sicherlich nicht immer die bequemste Kollegin gewesen, aber du wirst sicherlich viele KollegInnen – und auch die Schulleitung – immer wieder zum Nachdenken und zum Umdenken angeregt haben.“

Und noch ein Kollege aus dem Englisch-Stützpunkt wurde am Freitag verabschiedet: Udo Remmel. Englisch und Französisch unterrichtete Udo Remmel 32 Jahr an der GSKi. Johannes Heintges über Udo Remmel: „Schüler, die bei dir eine Klausur geschrieben haben, erhielten 4-5 Seiten mit einer akribischen Fehleranalyse zurück sowie mit Vorschlägen, was sie tun könnten, um diese Fehler künftig zu vermeiden. Deine Leistungskurse verwandeltest du dank deiner hohen Fachkompetenz und Belesenheit in kleine Proseminare.“ Garfield sowie Asterix und Obelix fanden zur Motivation der Schülerinnen und Schüler Eingang in den Unterricht. Weiter: „Deine SchülerInnen haben dich als einen wohlmeinenden und gerechten Lehrer in Erinnerung, der sich stets um ihre Förderung bemüht hat. Udo, wir Kollegen haben dich als einen stets freundlichen Menschen kennenlernt. Sehr bescheidenen, zurückhaltend und korrekt.“

Wenn an dieser Schule ein Computer nicht so wollte, wie er sollte, dass Passwort vergessen war oder ein neuer WLAN-Access-Point in Betrieb genommen werden sollte, dann war Gerd Wimmel die richtige Adresse. Zufälle gab es nicht. Aber fragen, warum etwas geht, durfte man auch nicht. Computer eben. „Mit Wirkung vom 11.08.1978 weisen wir Sie zur lehramtlichen Tätigkeit dem Gymnasium Kierspe, Fritz-Linde-Str. zu.“ Damit ist es also aktenkundig, Gerd, die pädagogische Vereinigung, an der du über 34 Jahre Chemie und Sport unterrichtet hast, ist gar keine Gesamtschule, sondern ein Gymnasium!“ Gerd Wimmel habe sich ausgezeichnet durch Fachkompetenz und den sachlichen Umgang mit Problemen. Im NW-Stützpunkt schätzte den trockenen Humor des Pensionärs. Sport spielte und spielt eine überragende Rolle. Früher ein herovrragender Skifahrer, der jedes Jahr ein Paar Ski „platt“ fuhr. Paragliding ist die nun bevorzugte Sportart.

Ein weitere Kollegin verlässt den Sportstützpunkt: Susanne Winkler. Susanne Winkler ist seit Oktober 1974 fester Bestandteil unserer Schule. „Du bist Fachfrau fürs Turnen, für Tanz und Akrobatik. Ein gutes, ein freundliches, ein herzliches Verhältnis zu deinen SchülerInnen ist für dich selbstverständlich. Wie vielen SchülerInnen magst du in deinen 38 Jahren in deiner mütterlichen Art geholfen haben?“ Sie war die Mutter der Sportfachschaft, „eine Institution an unserer Schule, eine Institution der Herzlichkeit.“ Und natürlich nahm Susi Winkler auch intensiv Anteil am Schulleben: Kritik an Missständen gehörten ebenso dazu wie tröstende Worte. Um den Überblick zu wahren und immer auf dem Laufenden zu sein, nutzte Kollegin Winkler sehr gerne ihren Stammplatz im Sekretariat.